Veröffentlichung: Montag, 5. Oktober 2026 | Katja Dunn, Lerntherapeutin
Kennst du das? Es ist 15 Uhr, dein Kind kommt aus der Schule – und kurz darauf beginnt das tägliche Drama. Hausaufgaben. Das Mäppchen wird auf den Tisch geworfen, der Protest fängt an: „Ich will nicht!" Oder: Stundenlange Ablenkung, Tränen, Streit. Und du fragst dich: Warum muss das jeden Tag so sein? Du bist damit nicht allein. Fast jede Familie, die ich kenne, kennt diese Situation. Und ich möchte dir heute ein paar Dinge mitgeben, die ich in meiner Praxis immer wieder erlebe – kleine Stellschrauben, die wirklich etwas verändern können.
Warum Kinder bei Hausaufgaben so oft blockiert sindKinder kommen aus einem langen Schultag und sind schlicht erschöpft. Ihr Gehirn hat stundenlang konzentriert gearbeitet – oder versucht es. Wenn wir dann sofort "Hausaufgaben machen!" rufen, stoßen wir auf einen leeren Tank. Dazu kommt: Viele Kinder haben das Gefühl, bei den Hausaufgaben wieder zu versagen. Wenn das Schulthema schon in der Klasse nicht klar war, ist die Hausaufgabe wie ein Spiegel dieser Unsicherheit. Kein Wunder, dass sie lieber ausweichen.
Tipp 1: Rituale schaffen – und zwar ehrliche
Nicht jedes Kind braucht nach der Schule erst eine Stunde Pause. Manche kommen in Fahrt, wenn sie gleich anfangen. Andere brauchen Bewegung, Essen und Ruhe. Beobachte dein Kind und finde heraus, wann es am aufnahmefähigsten ist.Was gut funktioniert:
Ein festes, vorhersehbares Ritual.
Zum Beispiel:
Wenn das Kind weiß, was kommt, kämpft es weniger dagegen an. Verlässlichkeit ist Sicherheit – und Sicherheit ist die Grundlage für Lernen.
Tipp 2: Deine Rolle ist Begleitung, nicht KontrolleIch erlebe in meiner Praxis oft: Eltern sitzen neben dem Kind und kontrollieren jeden Schritt. Das ist verständlich – man will helfen! Aber für viele Kinder fühlt sich das wie Druck an. Probiere einmal, einen kleinen Schritt zurückzutreten. Sag: „Fang schon mal an, ich bin gleich da." Und dann lass das Kind erst selbst versuchen. Du bist da, wenn es fragt – aber du löst nicht vor. Das stärkt Selbstvertrauen. Und genau das brauchen Kinder, die beim Lernen oft das Gefühl haben, es nicht zu können.
Tipp 3: Aufteilen statt durchpowern
Hausaufgaben müssen nicht am Stück erledigt werden. Gerade für Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten ist es sinnvoller, in kurzen Blöcken zu arbeiten.
Ein einfaches Prinzip:
10–15 Minuten arbeiten, 5 Minuten Pause. Dann wieder 10–15 Minuten. Das klingt nach wenig – aber oft ist am Ende mehr gemacht als beim stundenlangen Quälen am Tisch. Unser Gehirn lernt besser in Intervallen. Das ist keine Erfindung – das ist Neurowissenschaft. Und es funktioniert auch für Erwachsene.
Tipp 4: Die Sprache macht den Unterschied
Kleine Formulierungen können die Stimmung komplett drehen. Statt: „Hast du schon mit den Hausaufgaben angefangen?!" – probier mal: „Was hast du heute für Hausaufgaben? Was magst du zuerst machen? "Statt: „Das ist doch gar nicht so schwer!" – lieber: „Das klingt knifflig. Lass uns gemeinsam schauen. "Kinder (und ehrlich gesagt auch wir Erwachsenen) öffnen sich viel eher, wenn sie sich nicht bewertet fühlen.
Wenn nichts mehr geht: Hol dir UnterstützungManchmal liegt es tiefer. Wenn dein Kind regelmäßig Hausaufgaben verweigert, weint, körperliche Beschwerden entwickelt oder das Schulthema trotz Mühe einfach nicht greift – dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Als Lerntherapeutin schaue ich gemeinsam mit Eltern und Kind, was hinter dem Widerstand steckt: Sind es Lernlücken? Konzentrationsprobleme? Oder vielleicht ein Verarbeitungsthema? Oft finden wir schnell einen Ansatzpunkt, der alles leichter macht.
Du hast Fragen oder erkennst dein Kind in diesem Text wieder?
Ruf mich einfach an: +49 174 975 0103 – oder schreib mir eine Nachricht. Ich freue mich auf das Gespräch.Herzliche Grüße,Katja Dunn
Lerntherapeutin & Neurofeedback-Therapeutin, Teltow bei Berlin www.berlinerlerntherapeutin.com